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BAYLE,P., Dictionaire historique et critique. 05.A. 4 Bde. Amsterdam 1740

Bayle, Dictionaire historique et critique. 5.A. 4 Bde. Amsterdam 1740. Gesamtansicht
Bayle, Dictionaire historique et critique. 5.A. Amsterdam 1740. Titelblatt
Porträt Pierre Bayles

BAYLE, Pierre,

Dictionaire historique et critique. Cinquième édition, revue, corrigée, et augmentée avec la vie de l’Auteur, par M. des Maizeaux. 5. Ausgabe. 4 Bde. Amsterdam, Leiden u. a., chez P. Brunel, P. Humbert u. a., 1740.

Fol. (I:) 8 Bll., CXX, 719 S.; (II:) 2 Bll., 915 S.; (III:) 2 Bll., 831 S.; (IV:) 2 Bll., 804 S. Mit 4 gestochenen Titelvignetten und einer Kopfvignette von Bernard Picard. Zeitgenössische Kalbslederbände auf erhabenen Bünden mit reicher Rückenvergoldung und roten Rückentitelschildern. (Ebd. von Bd. 1 aufwändig restauriert).

Ein Monument der Frühaufklärung, “die schönste und lang ersehnte Ausgabe dieses Wörterbuchs” (Brunet)!

Bayle (1647-1706), Sohn eines hugenottischen Predigers, gilt – neben dem zehn Jahre jüngeren Fontenelle – als die zentrale Figur der französischen Frühaufklärung. Aufgrund der Hugenottenverfolgungen – mit ihrem Höhepunkt in der Aufhebung des Toleranzedikts von Nantes im Jahre 1685 durch Ludwig XIV. – ging Bayle nach Rotterdam, wo er einen Ruf als Professor der Philosophie und Geschichte annahm. Er wurde mit seinen Schriften, insbesondere den “Nouvelles de la République des Lettres”, die er von 1684 bis 1687 herausgab und für den Drucker Henri Desbordes redigierte, zu einem Bezugspunkt für die emigrierte französische Gemeinde der Hugenotten, die sich über ganz Europa verstreut hatte. Das “Dictionnaire”, zunächst in zwei Bänden erschienen, wurde vom holländischen Verleger Reinier Leers bestellt und sollte für den Verleger eine modernisierte Version von Louis Moréris “Grand Dictionnaire historique” (zuerst 1674) werden, eines Namens- und Personenlexikons. Bayle schuf aber stattdessen ein Dictionnaire neuen Typs, eben das “Dictionnaire historique et critique”, wobei die kritische Sichtung des Wissens die Hauptrolle übernahm. Das dargelegte Wissen wird kritisch hinterfragt, verschiedene Standpunkte werden dargelegt und sollen die Leser zum ständigen Hinterfragen animieren. Das Lexikon lehrt das skeptische Argumentieren, Fakten sollen nicht unkritisch serviert und konsumiert, sondern problematisiert werden. Damit wird Bayle zum “eigentlichen Schöpfer der historischen Akribie” (Ernst Cassirer), worin sein Hauptverdienst für die Entwicklung des aufgeklärten Denkens besteht. Friedrich II. von Preußen schätzte Bayle – wie viele seiner Zeitgenossen – über alle Maßen und bewahrte zahlreiche Auflagen in seiner Bibliothek auf. Es ergibt sich aus Bayles philosophischem Zugang beinahe zwangsläufig, dass sich der große Frühaufklärer bis an sein Lebensende im Jahre 1706 in seinem Exil in Rotterdam zahlreicher Angriffe erwehren musste, insbesondere von theologischer Seite aller Konfessionen. Erst nach Bayles Tod wurde seine überragende Bedeutung im stets wachsenden Strom seiner Bewunderer gewürdigt. Bayles Lexikon, sein wichtigstes Werk, zuerst im Jahre 1697 in Rotterdam erschienen, erlebte bis 1760 mehr als 10 Auflagen. Die Erstausgabe des berühmten „Dictionaire“ erschien zuerst im Jahre 1697 in 2 Bänden in Rotterdam beim Verleger Reinier Leers, die zweite Ausgabe ebenda im Jahre 1702, aber bereits 3-bändig. Das Werk wurde nach Erscheinen in zahlreichen Ländern sofort von den Zensurbehörden verboten. Bei der dritten Ausgabe handelt es sich um die erste postume Ausgabe. Sie erschien im Jahre 1715, 9 Jahre nach Bayles Tod im Jahre 1706, wieder bei Leers in Rotterdam in 3 Bänden. Der Verleger Bohm, ebenfalls aus Rotterdam, unterzog die dritte Ausgabe einer Revision, offenbar noch anhand überkommener Unterlagen Bayles und veröffentlichte es – trotzdem – erneut als dritte Ausgabe, als „troisieme Edition, revue, corrigée, et augmentée par l’auteur“, jetzt erstmals in 4 Bänden! Eine erste deutsche Ausgabe erschien erst in den Jahren 1741 bis 1744 als “Peter Baylens historisches und kritisches Wörterbuch” unter der Herausgeberschaft Johann Christoph Gottscheds.

Bayle schuf keine Enzyklopädie im eigentlichen Sinne, sondern eher eine Art ‚Anti-Enzyklopädie’. „Jeder Meinung gesellt er sofort eine Gegenmeinung bei, um dem Benutzer selbständiges Denken abzunötigen. Die Pradoxien, die er in seinen Fussnoten erzeugt, führen mitunter freilich in die Nähe einer bodenlosten Skepsis“ (Paul Michel im Unimagazin der Universität Zürich, 4/1998). Das Zusammenbringen von Stichworten, Erläuterungen und Definitionen, von Thesen und Gegenthesen, alle mit Quellen belegt, erforderte für das ‚Dictionaire’ einen eigenen, recht komplexen Satzspiegel, mit zahlreichen Querverweisen und Fussnoten. Der außergewöhnliche Satzspiegel wird der quellenkritischen Herangehensweise Bayles gerecht. Es ist diese neue Herangehensweise und die damit verbundene kritische Sichtung des historischen, philosophischen und theologischen Wissens seiner Zeit, die das Werk zur ‚Rüstkammer der Aufklärung’ (Wilhelm Dilthey) werden ließ, von Voltaire ebenso hochgeschätzt wie von Friedrich dem Großen.

The first edition of the famous “Dictionaire” was first published in Rotterdam in 1697 in 2 volumes by Reinier Leers, the second edition ibid. in 1702, but already in 3 volumes. The work was immediately banned by the censorship authorities in numerous countries after publication. The third edition is the first posthumous edition. It was published in 1715, 9 years after Bayle’s death in 1706, again by Leers in Rotterdam in 3 volumes. The publisher Bohm, also from Rotterdam, revised the third edition, apparently still based on Bayle’s old documents, and published it – nevertheless – again as the third edition, as “troisieme Edition, revue, corrigée, et augmentée par l’auteur”, now for the first time in 4 volumes! – Bayle did not create an encyclopedia in the true sense of the word, but rather a kind of ‘anti-encyclopedia’. “Every opinion is immediately accompanied by a counter-opinion, to force the user to think for himself. The pradoxes that he creates in his footnotes sometimes lead to a groundless scepticism” (Paul Michel in Unimagazin of the University of Zurich, 4/1998). The combination of keywords, explanations and definitions, of theses and counter-theses, all backed up by sources, required for the ‘Dictionaire’ its own, quite complex type area, with numerous cross-references and footnotes. The extraordinary type area fits to Bayle’s source-critical approach. It is this new approach and the associated critical examination of the historical, philosophical and theological knowledge of his time that made the work into the ‘Armoury of the Enlightenment’ (Wilhelm Dilthey), appreciated by Voltaire as much as by Frederick the Great.

Vgl. Brunet I, 711 (″Edition la plus belle et qui a ete longtemps la plus recherche de ce dictionnaire”); Zischka 7; Graesse I, 314; vgl. PMM 155 b. u. 300.

Order Number: 22562AB

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