UHLICH,L., Bekenntnisse u. andere Schriften. Leipzig 1845ff.

UHLICH, Bekenntnisse. Leipzig 1845
Leberecht UHLICH - Porträt

UHLICH, (Leberecht),

Bekenntnisse. Mit Bezug auf die protestantischen Freunde und auf erfahrene Angriffe. (Und weitere Schriften zur Auseinandersetzung um die „Lichtfreunde“ 1845 bis 1847). Leipzig, Verlag von A. F. Böhme, 1845.

8vo. 88 S. Neuer Halbleinen mit Buntpapierbezug und geprägtem Rückentitel „Uhlich“. Exzellenter Zustand!

Angebundene Titel: KÄMPFE, Gustav Adolf, Antwort auf die Bekenntnisse des Herrn Pastor Uhlich. 2., unveränd. Aufl. Magdeburg, Heinrichshofen’sche Buchhandlung, 1845. 142 S.; ANONYM, Die Berechtigung des Nationalismus. Ein Sendschreiben an den Prediger G. A. Kämpfe. Magdeburg, Verlag der Rubach’schen Buchhandlung (C. Fabricius), 1845. 70 S.; KÄMPFE, Gustav Adolf, Erwiderung auf das unter dem Titel ‚Die Berechtigung des Nationalismus‘ an mich gerichtete Sendschreiben eines Ungenannten. Magdeburg, Heinrichshofen’sche Buchhandlung, 1846. 2 Bll., 98 S.; WOLTERSTORFF, J. A. G., Die rationale Theologie. Kurz dargestellt und gegen die evangelische Kirchenzeitung so wie mit besonderer Rücksicht auf Herrn Prediger Kämpfe vertheidigt. Wolfenbüttel, Hollesche Buch-, Kunst- und Musikalien-Handlung, 1846. 142 S., 1 Bl.; SECHS SÄTZE evangelischer Magdeburger, ausgesprochen im September 1847. O.O.u.V. 15 S.; AMTLICHE VERHANDLUNGEN betreffend den Prediger Uhlich zu Magdeburg. Amtl. Abdruck. Magdeburg, Druck und Verlag von Albert Falckenberg & Comp., 1847. V, 65 S.; UHLICH, (Leberecht), Weitere Mittheilungen in Sachen des Predigers Uhlich in Magdeburg, hrsg. von ihm selbst, zur Vervollständigung der vom Consistorium hrsg. Amtlichen Verhandlungen. Wolfenbüttel, Verlag der Holle’schen Buch-, Kunst- und Musikalien-Handlung, 1847. 56 S.; LIESE, Karl, Gustav KÄMPFE, Sendschreiben an unsere geliebte St. Ulrichsgemeinde, wegen Austritts aus der evangelischen Landeskirche. Magdeburg, Heinrichshofen’sche Buchhandlung, 1847. 38 S.; MÖLLER, Johann Friedrich, Mahnung durch Verständigung über das Bekenntniß der neuen Gemeinde aus treuem Herzen an die evangelische Bürgerschaft von Magdeburg gerichtet (unter dem Motto: „Lasset Euch Niemand das Ziel verrücken!“). Magdeburg, Heinrichshofen’sche Buchhandlung, 1847. 60 S.

Schriften um die Auseinandersetzung zwischen theologischem Rationalismus und Pietismus, zwischen Uhlich und Vertretern des Pietismus, vom Erscheinen von Uhlichs „Bekenntnissen“ 1845 bis zur Amtsenthebung Uhlichs am 13. September 1847. – Uhlich (1799-1872) vertrat seit seinem Studium der Theologie in Halle, wo die theologische Ausrichtung eher rationalistisch war und der Aufklärung Kants nahestand, selbst einen dezidiert rationalistischen Standpunkt. Seine rationalistische Glaubensauffassung brachte ihn, seit 1824 Pfarrer, in Gegensatz zum theologisch vorherrschenden Pietismus. Im „Magdeburger Bilderstreit“ stand Uhlich selbstverständlich an der Seite Wilhelm Franz Sintenis’. Die harten disziplinarischen Maßnahmen gegen Sintenis bewogen Uhlich zur Gründung des „Vereins der Protestantischen Freunde“, der sogenannten „Lichtfreunde“, die schnell eine große Verbreitung in eigenen Ortsvereinen in der preußischen Provinz Sachsen fanden – sehr zum Ärger der preußischen Obrigkeit in Staat und Kirche, zumal sich die Lichtfreunde liberal und reformerisch äußerten. Der Vorwurf aus der Kirche an Uhlich, ein „eidbrüchiger Theologe“ zu sein, bewog Uhlich, in seiner vorliegenden Schrift „Bekenntnisse“ von 1845 sein rationalistisches und liberales theologisches Programm klar und zusammenfassend auf den Punkt zu bringen. Trotzdem oder gerade deshalb hat die Gemeinde der Magdeburger Sankt-Katharinen-Kirche die Berufung Uhlichs zum Pfarrer durchgesetzt. Im Vorfeld der 1848er Revolution waren die Predigten Uhlichs außerordentlich beliebt, die Kirche konnte die Schar der Hörer kaum fassen, zum Ärger der Obrigkeit. Während die staatliche Obrigkeit mit Versammlungsverboten der Lichtfreunde in Preußen reagierte, ging das kirchliche Konsistorium wegen seiner ständigen Missachtung der kirchlichen Liturgie gegen Uhlich vor, was letztlich im September 1847 in seine Amtsenthebung mündete. Zahlreiche Gemeindemitglieder verließen die preußische Landeskirche und gründeten die ‚Freie Gemeinde Magdeburg‘, die Anfang 1848 auf ihrem Höhepunkt bereits 8000 Mitglieder zählte. Uhlich verließ ebenfalls Ende 1847 die Landeskirche und wurde Prediger der freien Gemeinde.

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