LOCKE,J., Gedanken von Erziehung der Kinder. Leipzig 1761

LOCKE, Johann,

Gedanken von Erziehung der Kinder, von neuem aus dem Englischen übersetzet, gegen des Herrn Costens französische Uebersetzung, nach der neuesten Pariser Ausgabe von 1747, verglichen, und mit dessen Anmerkungen begleitet. Leipzig, verlegts Johann Paul Krauß, Buchh. in Wien, 1761.

8vo. LXVII, 404 S. Schlichter, zeitgenössischer Ganzlederband. (Tb. mit hinterlegtem Ausriß, ohne Textverlust).

Die Erziehungsvorstellungen um 1761 waren stark durch den Übergang von absolutistischer Strenge zur Aufklärung geprägt. Im Fokus standen die Prägung von Charakter und Tugend, oft noch durch Disziplin, aber zunehmend durch Vernunft (Lockes Einfluss). Kinder wurden teils früh als ‘kleine Erwachsene’ behandelt, während pädagogische Konzepte wie Rousseaus ’Émile’ (1762) die natürliche Entwicklung betonten. In dieser Zeit war das Werk Lockes prägend. Locke forderte eine Erziehung, die den Verstand durch Vernunft, nicht durch Schläge, bildet. – Pierre Coste (1668-1747) war ein französischer Theologe, Buchdrucker und Übersetzer, der nach der Aufhebung des Edikts von Nantes in die Schweiz ging, von dort nach Holland, im Jahre 1697 dann nach England, aufgrund einer Einladung John Lockes, mit dem er sich bereits in Holland angefreundet hatte. Er übersetzte zahlreiche Werke Lockes ins Französische und sorge für dessen Verbreitung in Frankreich, womit Coste zum sehr wichtigen Vermittler der Aufklärung wurde.

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Rare Book: EUR 240,--